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Zivis sind zurzeit rarer


04.09.2009

Zivis, wie die Zivildienst-Leistenden im Sprachgebrauch genannt werden, sind in der Geomed-Klinik in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Zivi Matthias Wolf nahm ausnahmsweise mal im Bett auf der Chirurgie Platz. Hinter ihm sind seine Kollegen auf Zeit zu sehen: Krankenschwester Martina Brand, Chirurgie-Stationsleiterin Elfriede Strobel und Krankenschwester Brigitte Schützko.  FOTO Gerald Effertz
Zivis, wie die Zivildienst-Leistenden im Sprachgebrauch genannt werden, sind in der Geomed-Klinik in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Zivi Matthias Wolf nahm ausnahmsweise mal im Bett auf der Chirurgie Platz. Hinter ihm sind seine Kollegen auf Zeit zu sehen: Krankenschwester Martina Brand, Chirurgie-Stationsleiterin Elfriede Strobel und Krankenschwester Brigitte Schützko. FOTO Gerald Effertz

Matthias Wolf (19) ist „Zivi“ in der Geomed-Klinik. „Mir war schon lange klar, das ich Zivi werde“, erklärt er ausdrücklich, „zum einen, weil ich den Dienst mit der Waffe ablehne, zum anderen aber auch, weil meine Berufsperspektive eventuell in Richtung Arzt geht“. Für ihn auf der Chirurgieabteilung der Geomed-Klinik zuständig ist Stationsleiterin Elfriede Strobel: „Unsere Zivis leisten einen wichtigen Dienst“, sagt sie.

Einem bestimmten Aufgabenbereich zugeteilt, verrichten die Zivildienstleistenden die zugewiesenen Arbeiten. „Neben dem Austeilen von Essen gehen wir auch auf Wünsche der Patienten ein“, erzählt Matthias Wolf, um gleich darauf wieder eben einen dieser Patienten zu einem Termin im Haus zu bringen.
„Sie sehen die Arbeit auch aus einem anderen Gesichtspunkt“, fügt Krankenschwester Brigitte Schützko hinzu.

„Alle acht Stellen sind derzeit vergeben“ erläutert Personalsachbearbeiterin Alexandra Enck. Die Zivis werden in der Küche, bei der Pflege, im Hausmeisterbereich, „aber auch im OP-Bereich eingesetzt“, so Enck weiter. „Wir haben sehr engagierte und fleißige Zivis“, lobt Geomed-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer.

Derzeit nur ein Zivi im Wohnstift

Derzeit nur eine von fünf Stellen besetzt hat das Wohnstift Steigerwald des Caritas-Kreisverbandes Gerolzhofen-Volkach-Wiesentheid in Gerolzhofen (Philipp-Stöhr-Weg).

„Im Bereich Pflege tut sich momentan nichts, auch wenn wir Interessenten beispielsweise einen Schnuppertag anbieten können“, so Inge Seger von der Verwaltung. „Wir haben nicht mehr so viele Anfragen wie früher“, fügt Seger hinzu. Ehemalige sagen den Verantwortlichen aber oft, sie sehen die Zeit als eine „Bereicherung, um die Wertschätzung gegenüber alten Menschen kennenzulernen“, macht Seger deutlich.

Momentan als Einziger ist Markus Seyerlein im Bereich Hausmeistertätigkeit eingesetzt. „Von meinen Freunden erfuhr ich, dass es im Wohnstift Stellen gibt“, sagt er. Weil er nie zur Bundeswehr wollte, ist er froh, im Wohnstift gelandet zu sein. Von Hausmeister Holger Haider wird er bei Reparaturen, Besorgungen, aber auch Wasserprobenentnahmen aus dem Schwimmbecken im Keller des Alten- und Pflegeheimes eingesetzt. „Die Zivis sind für uns eine große Hilfe“, so Haider.

Intensiv in Kontakt mit Patienten

„Unsere Zivis sind, in der Pflege eingesetzt, intensiv in Kontakt mit den Patienten“, so Sibylle Brincker, die Verwaltungsleiterin der Klinik am Steigerwald. Von drei Stellen sind derzeit zwei besetzt. Ein Pfleger oder eine Schwester ist dabei für die Zivildienstleistenden als Mentor zuständig. Dessen Aufgabe ist unter anderem die Einführung in die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche. Diese reichen von Hilfestellungen bei der Pflege über Patientenbetreuung bis zum Richten von täglich benötigtem Material.

„Für einige war der Zivildienst sogar ein Wendepunkt im weiteren Berufsleben“, fügt Brincker hinzu. Einer der Zivis schulte zum Physiotherapeuten um.

Florian Berger aus Dingolshausen ist von der Arbeit als Zivi, wie er sagt, begeistert. Sein Kollege, Oliver Schreck, fügt unter anderem hinzu: „Mit meinem Zivildienst kann ich wenigstens etwas Gutes bewirken“. Klasse findet er auch das nette Arbeitsklima und dass man „viele Dinge fürs spätere Leben lernt“.

Bei der Caritas-Sozialstation in Gerolzhofen gibt es derzeit keinen Zivi. „Wir bekommen aber bald wieder einen“, so Leiterin Christa Falkenstein. „Die Zivis sind uns eine große Hilfe“, macht auch sie deutlich, „aber es gibt weniger als sonst“.



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