Was wir durch Krankheiten lernen Studentin aus Eisenach untersuchte pädagogische Ansätze in Geomed-Klinik
05.08.2009
 | „Zwischen Patientenorientierung und Kostenminimierung – am Beispiel der Implementierung von Case Management im Krankenhaus“ lautet der Titel der in der Geomed-Klinik in Gerolzhofen entstandenen Diplomarbeit der Pädagogik-Studentin Nadine Weihrauch (Mitte). Für ihre Arbeit hatte sie auch ein sechsmonatiges Praktikum in der Einrichtung des Landkreises Schweinfurt absolviert. Zu der mit der Note „sehr gut“ bewerteten Arbeit gratulierten der frisch gebackenen Diplompädagogin jetzt Peter Schliszio (links), der Nadine Weihrauch in dieser Zeit in der Geomed-Klinik federführend unterstützte, und Geschäftsführer Wolfgang Schirmer (rechts). FOTO Norbert Vollmann |
(novo) Was hat ein Pädagogik-Studium, noch dazu im Bereich „Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung“, mit der Arbeit in einem Krankenhaus zu tun? Viel mehr als der Laie auf den ersten Blick vermuten würde. Das belegt die jetzt in der Geomed-Klinik entstandene Diplomarbeit von Nadine Weihrauch. Deutschlands Kliniken müssen sich ändern, wenn sie überleben wollen, seit beispielsweise nur noch Fallpauschalen, aber keine Tagessätze mehr abgerechnet werden können. Mit anderen Worten: Der wirtschaftliche Druck verlangt von den zudem häufig in Konkurrenz mit anderen Häusern stehenden Kliniken Veränderungen in ihrer Organisationsstruktur und in der Art, wie sie ihre Leistungen erbringen.
Hier kommt der pädagogische Ansatz ins Spiel. So geht es für den Patienten darum, ein Krankheitsereignis als Bildung zu erfahren, indem er sich entsprechend damit beschäftigt. Aber auch die Mitarbeiter des Krankenhauses müssen dazu lernen, wenn es etwa um die Optimierung der Behandlungsabläufe geht. Das Krankenhaus muss dabei den Spagat zwischen Diagnose, Aufklärung und Heilung auf der einen sowie den wirtschaftlichen Zwängen auf der anderen Seite schaffen.
„Zwischen Patientenorientierung und Kostenminimierung“ war dann auch der Titel der Diplomarbeit von Nadine Weihrauch. Speziell nahm sich die Würzburger Pädagogik-Studentin das Thema „am Beispiel der Implementierung von Case Management im Krankenhaus“, so der Untertitel der Arbeit, vor. Und das mit überwältigendem Erfolg. Mit „sehr gut“ wurde das 137 Seiten starke Werk von ihrem Professor am Lehrstuhl für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Julius-Maximilians-Universität und von der Zweitgutachterin bewertet. Ein regelrechtes Netzwerk
Konkret ging es um die Umsetzung (Implementierung) des so genannten Case Managements. Diese spezielle Form der Patientenbetreuung und -schulung, kommt aus den USA und hat in den vergangenen Jahren Eingang ins deutsche Gesundheitswesen gefunden. Darunter ist die professionelle Anleitung, Unterstützung und Begleitung eines erkrankten Menschen zu verstehen.
Auf dem Weg von der akuten Erkrankung bis hin zur Reha-Maßnahme und Nachsorge wird ein regelrechtes Netzwerk aufgebaut, um auf dieser Basis alle erforderlichen Schritte planen, umsetzen, koordinieren, überwachen und bewerten zu können. Dazu gehören auch der Kontakt zu anderen Einrichtungen, Krankenkassen, Ämtern und mehr.
Durch Information, Beratung und Organisationsleistungen soll der Patient lernen, sich mit seiner Erkrankung auseinanderzusetzen und sich effektiv und effizient im Gesundheitswesen zu bewegen. Am Ende dient dieses System beiden: der behandelnden Klinik, die so Zeit und Kosten einsparen kann, und dem Patienten, der sich besser im gesamten Gesundheitsbereich zurechtfindet.
Um ihre Erkenntnisse nicht nur auf der Grundlage der Literatur, sondern auch aus der täglichen Praxis beantworten zu können, absolvierte die 23-Jährige ein sechsmonatiges Praktikum in der Geomed-Klinik. Dadurch konnte sie selbst einen Einblick in die Organisationsstrukturen eines Krankenhauses und in die Behandlungsabläufe bei unterschiedlichen Krankheitsbildern erhalten sowie die Umsetzung des Case Managements im Hinblick auf Kosten und Nutzen untersuchen.
Bestens unterstützt
Hierbei sei sie stets bestens und hervorragend von Geschäftsführer Wolfgang Schirmer und den Mitarbeitern des Hauses, allen voran Peter Schliszio, der hier federführend war, unterstützt worden, so Weihrauch. Die Praxisbezogenheit ihrer Arbeit wurde von den Dozenten übrigens besonders gelobt.
Nadine Weihrauch stammt aus dem thüringischen Seebach in der Nähe von Eisenach. Über ihren Freund, der bei der Bundeswehr in Volkach stationiert ist, war die frisch gebackene Diplom-Pädagogin auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus auf die Geomed-Klinik in Gerolzhofen gestoßen.
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