Spende für mehr Menschlichkeit in der Klinik
08.04.2010
 | Mehr Menschlichkeit und Atmosphäre: Eine Spende von 500 Euro aus dem Erlös des Adventsbasars des Frauenbundes Gerolzhofen übergab Helga Wächter an den Förderverein Geomed Klinik Gerolzhofen. Im Bild (von links): Schwester Brigitte Kirchschlager, Hildegard Weigand und Helga Wächter vom Frauenbund, Liselotte Feller (Förderverein), Stationsleiterin Christa Hobner und Klinik-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer Foto: K. Sauer |
(ks) Abgeschoben in ein „Sterbezimmer“. Keine Zeit mehr, den Patienten auf seinem letzten Gang würdevoll zu begleiten. Die Angehörigen mit ihrem Leid allein gelassen. Solche Situationen sind heutzutage undenkbar geworden. „Zeit haben, Zeit geben“. Die Geomed-Klinik in Gerolzhofen verfügt zwar nicht über eine Palliativstation, dennoch spielt die Begleitung eines Schwerstkranken und auch die der Angehörigen eine ganz wichtige Rolle.
Stationsleiterin Christa Hobner hat es sich daher zur ihrer Aufgabe gemacht, sich gerade für diese Patienten einzusetzen. Sie hat eine Zusatzausbildung im Bereich „Palliativ Care“ absolviert.
Palliativ Care ist ein ganzheitliches Betreuungskonzept von Schwerstkranken in ihrer letzten Lebensphase. Es geht hier sowohl um Linderung körperlicher Beschwerden, als auch um Unterstützung und Begleitung im sozialen, körperlichen, physischen und spirituellen Erleben. Palliativ Care befasst sich mit Schmerz- und Symptomkontrolle, integriert die Bedürfnisse des Patienten, seiner Angehörigen und der Behandelnden während der Krankheit und der Sterbephase und begleitet über den Tod hinaus. Der Tod wird als Teil des Lebens begriffen, der weder beschleunigt noch verzögert wird.
„Eine wichtige Rolle bei der Begleitung des Schwerstkranken spielt neben der nötigen menschlichen Komponente auch die Gestaltung des Umfeldes. Ruhe, Farben, Lichter und Düfte sind dabei für Patienten und Angehörige ebenso wichtig wie Zeit haben und Zeit geben“, erklärte Christa Hobner.
Der Frauenbund Gerolzhofen beschloss daher, dem Förderverein Geomed Klinik aus den Einnahmen des Adventsbasars 500 Euro zu stiften. Die Spende soll ausschließlich zu Anschaffungen für die Begleitung und Fürsorge sterbender Menschen dienen. Christa Hobner und ihre Kollegin Brigitte Kirchschlager entschieden sich für einen kleinen CD-Spieler mit verschiedenen CDs, die tief in die Seele gehen, und Hörbücher, ätherische Öle (Lavendel, Zedernholz und Weihrauch) mit den dazugehörigen Duftlampen, Farbtüchern und -Lampen und für zwei Engelfiguren.
„Die Gegenstände sollen ab sofort bei der Gestaltung einer individuellen Atmosphäre während der Begleitung sterbender Menschen dienen“, so der Geschäftsführer Wolfgang Schirmer bei der Übergabe. „Aber“, und darauf legt er allergrößten Wert, „diese Gegenstände werden auch bei Betreuung von Demenzkranken verwendet.“ Dankbar nahm die Vorsitzende des Fördervereins Liselotte Feller den Scheck von Helga Wächter, entgegen. Sie und auch Wolfgang Schirmer bedankten sich beim Frauenbund, auch im Namen von Landrat Harald Leitherer. Quelle: www.mainpost.de
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