Oft ein langer Leidensweg
24.07.2010
(raul) „Mir war nicht bekannt, dass hier in der Geomed-Klinik ein derart spezialisierter Experte für Gefäßchirurgie tätig ist“, war die Äußerung eines erstaunten und beeindruckten Zuhörers beim Arzt-Patienten Seminar über „Offene Beine“ in der Geomed-Klinik in Gerolzhofen.
Grund für diese Aussage war der interessante und informative Vortrag von Dr. Michael Dietrich, dem Chefarzt der Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie, über die Entstehung und Behandlung der offenen Stellen am Unterschenkel.
An offenen Beinen sind etwa ein Prozent der Bevölkerung und vier bis fünf Prozent der über 80-jährigen Personen in Deutschland erkrankt, so Michael Dietrich. „Die Erkrankung ist vielschichtig und für die Patienten oft mit einem Jahre langem und schmerzlichen Leidensweg verbunden“. Sie kann nicht immer vollständig geheilt werden.
„Offene Beine sind Folge eines Krampfaderleidens“, dieser weit verbreiteten Aussage widersprach der Chefarzt und stellte klar, dass dies nur auf etwa zwei Drittel der Erkrankungen zutrifft.
Weitere Krankheitsursachen können arterielle Durchblutungsstörungen, entzündliche Gefäßerkrankungen oder sonstige Ursachen wie infizierte Wunden sein. Je nach Ursache sind differenzierte Behandlungsmaßnahmen erforderlich, und nicht immer müssen die Beine gewickelt werden.
Mittels einer Präsentation erläuterte Dr. Michael Dietrich die unterschiedlichen Ursachen der Erkrankung und die Diagnostik. Vor der endgültigen Diagnose komme der exakten Ursachenforschung eine besondere Bedeutung zu, denn an ihr orientiere sich der weitere Behandlungsverlauf, sagte Dietrich. Die verschiedenen Therapien und unterschiedlichen Behandlungsverläufe erläuterte der Gefäßchirurg den interessierten Zuhörer anhand von eindrucksvollen Bildern.
Neben den Therapien bei Venenerkrankungen, bei Herzschwäche und Lymphstau ging Dietrich besonders auf die spezielle chirurgische Therapie ein. Hier findet vor der Entfernung des abgestorbenen Gewebes eine Wundsäuberung statt. Bei der anschließenden Hauttransplantation werden patienteneigene Hautpartien oder Muskellappen verwendet. Modernes Wundmanagement und Gefäßchirurgie, welche in der Geomed-Klinik angeboten werden, spielen dabei laut Dietrich eine wichtige Rolle. Eine intensive Nachbehandlung der Grunderkrankung, regelmäßige Hautpflege und -hygiene sowie anschließende Betreuung sei in diesen Fällen immer erforderlich.
Mit praktischen Ratschlägen und Hinweisen aus der ärztlichen Praxis und mit dem Hinweis auf die „Lotsenfunktion“ des Hausarztes beendete Dr. Dietrich seinen 45-minütigen Vortrag. Quelle: www.mainpost.de
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