Herr Doktor, ich habe nichts gespürt! Patientenseminar in der Geomed-Klinik dreht sich um Narkose
26.02.2010
(yb) Das nur schwach besuchte Patientenseminar in der Geomed-Klinik thematisierte diesmal die Frage „Angst vor der Narkose – berechtigt oder nicht?“
Dabei betonte Oberarzt Jörg Fierlings in seinem Vortrag, dass mit der Entdeckung der narkotischen Wirkung von Lachgas um 1835 die Chirurgie revolutioniert worden war, denn erst von da an war eine schmerzfreie Behandlung der Patienten überhaupt möglich.
Dennoch sei bei vielen Patienten die Angst vor der Narkose oft größer als die Angst vor dem eigentlichen Eingriff. „Werde ich wieder wach?“ oder „Ist eine Narkose schädlich?“ sind die häufigsten Fragen, die ein Anästhesist beantworten muss. Dazu stellte der Mediziner fest, dass bei einer Rate von nur fünf Todesfällen bei 100 000 Operationen das Risiko doch sehr gering sei. Das liege nicht zuletzt daran, dass eine geplante Anästhesie durch Voruntersuchungen und ein Patientengespräch gründlich vorbereitet wird, um eventuelle Gefahren schon im Voraus weitestgehend auszuschalten.
Während der Narkose werde der Patient dann ununterbrochen überwacht, beispielsweise durch die Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems, der Beatmung oder der Sauerstoffsättigung. Auch die Schlaftiefe oder die Schmerzausschaltung könnten durch eine Messung der Hirnströme immer wieder überprüft werden, so dass bei Bedarf schnell reagiert werden kann.
Grundsätzlich unterscheidet man in der Anästhesie drei Möglichkeiten: die Lokalanästhesie, bei der nur einzelne Nerven betäubt werden, die Regionalanästhesie, die ganze Nervenbahnen betäubt und die Vollnarkose, die das Bewusstsein ausschaltet. Wichtig für eine Regionalanästhesie wie auch für eine Vollnarkose sei das Zusammenwirken von Sedation (Stressabschirmung, Beruhigung), Analgesie (Schmerzbekämpfung) und Relaxierung (Muskelentspannung). Mittlerweile nutzt die Medizin auch Verfahren, die die verschiedenen Methoden miteinander kombinieren. Bei größeren Eingriffen werde eine Vollnarkose oft mit einer Regionalanästhesie verbunden, weil eine Regionalblockade im Gegensatz zur Vollnarkose eine Schmerzfreiheit von bis zu sechs Stunden ermöglicht. Dabei sei die Geomed-Klinik ein Vorreiter bei der Nutzung dieser kombinierten Verfahren, da diese dort schon seit etwa zehn Jahren angewendet werden.
Schließlich ist laut Jörg Fierlings das Ziel einer Anästhesie und das größte Lob für den Arzt, hinterher zu hören: „Ich habe gar nichts gespürt!“ Quelle: www.mainpost.de
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